Start Segeln Berichte
Berichte

 

Regattawochenende des Post-Sportvereins Koblenz

Wettkampf der Schwertzugvögel

(Text: Hans Hüthwohl, Rainer Huzel, Bilder: Hans Hüthwohl)

Der Post-SV segelte am 22./23. September 2018 mit 10 Crews bei am ersten Tag bestem Segelwetter seine Ranglistenregatta in der Klasse der Schwertzugvögel. Dabei war auch wieder der Mosel-Wanderpokal zu gewinnen, der 2015 durch den Vorstand des Post-Sportvereins gestiftet wurde. Zu Gast waren erstmalig zwei Boote und eine Crew vom Segel-Club Ville in Erftstadt sowie ein Boot vom Dreieich Segelclub Langen bei Frankfurt. Die übrigen Boote stellte die Segelabteilung des Post-SV.

Die Segelteams wurden von unserem Leiter der Segelabteilung, Michael Schönberg, dem Sportwart, Jörg Hinkel, dem Obmann der Schwertzugvögel, Rainer Huzel, und der Wettkampfleiterin, Jutta Geisler-Sanders, begrüßt und in den Regattaablauf eingewiesen.

Bei stetigem Wind aus Südsüdwest von überwiegend 3 Bft mit Böen bis 5 Bft zeigten die Teams am ersten Tag bei drei Wettfahrten ihr Können und genossen besonders auf der Kreuz die seglerischen Herausforderungen unseres wunderschönen Moselstausees. Den Besatzungen wurde das volle Geschick im Umgang mit Boot und Wetter abverlangt.

Auf dem Regattastand führte Jutta Geisler-Sanders die Seglerinnen und Segler mit ihren Helfern Wolfgang Wagner, Marion Weller, Klaus Sanders und Jörg Hinkel souverän durch die Rennen.

Unsere rührige Clubhauscrew versorgte alle Segelnden, Helfer und Zuschauer bestens mit Speisen und Getränken. Und etwas müde aber zufrieden mit dem ersten Wettkampftag klang dieser mit Gegrilltem, Bier, Wein und anderen Getränken aus.

Für die Sicherheit während der Regattaläufe waren die Rettungsboote des Post-SV und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Einsatz.

Den zweiten Wettkampftag musste die Regattaleitung mangels Wind am Vormittag leider Absagen und am Nachmittag zogen die angekündigten Sturmböen mit Starkregen auf. Ein weiterer Start war dann wegen der in der Ausschreibung festgelegten Startzeiten zudem nicht mehr möglich.

Michael Schönberg, Sportwart Jörg Hinkel und Obmann Rainer Huzel gratulierten dem Steuermann Stefan Neugebauer und seiner Vorschoterin Daniela Drechsel auf ihrem Boot „Otterjäger“ vom Segel-Club Ville zum 1. Platz und überreichten beiden den Mosel-Wanderpokal. Die Plätze 2 und 3 errangen die Teams Rolf Weber mit Dr. Frank Padberg auf „vaa mee“ vom Post-SV und Stephan und Kerstin Weiser auf „Otter“ ebenfalls Segel-Club Ville. Alle Teilnehmer erhielten als Teilnahmegeschenk u.a. noch jeweils eine Flasche Wein eines bekannten, mehrfach ausgezeichneten Moselwinzers.

Bei der Verabschiedung dankte Michael Schönberg allen Seglerinnen und Seglern, den helfenden Händen und der DLRG für den erfreulichen und gelungenen Ablauf der sportlich herausfordernden Regatta und lud zu einem Wiedersehen im nächsten Jahr ein.

 

GOLDENER OPTI 2018 am 09./10. Juni 2018

Bericht nach Doris Ulbricht

Am Samstagmorgen ist es bei 22°C trüb und windstill. Die Mosel liegt glatt in ihrem Bett und die Schifffahrt ist wegen Reparaturarbeiten an den Schleusen eingestellt. Zu unserer traditionellen Regatta um den GOLDENEN OPTI haben sich 14 Optimisten der Klasse B angemeldet, nachdem es bis kurz vor Meldeschluss so aussah, als käme kein Feld zustande.

Das Meldebüro ist ab 10.00 Uhr geöffnet, aber die Damen und Herren der Regattaleitung wuseln noch eifrig mit dem Computer herum, bis der den richtigen Veranstalter und den Veranstaltungsort geschluckt hat. Aber allmählich kehrt die gewohnte Routine ein, schließlich machen wir das nicht zum ersten Mal! Gegen Mittag kommt Wind auf, auch die Sonne wagt sich hervor. Ca. 13.00 Uhr sind die Vorbereitungen beendet. Der Abteilungsleiter, Michael Schönberg, und der Jugendwart, Wolfgang Wagner, begrüßen die 14 Teilnehmer und die Regattaleitung erläutert in der Steuermannsbesprechung den Kurs. Danach heißt es „Fertigmachen zum Start“! Der erfolgt um 14.00 Uhr bei recht günstigen Windverhältnissen. Um 15.10 Uhr sind nach Bahnverkürzung auf 2½  Runden die ersten Boote im Ziel. Es kann auch noch ein zweiter Lauf gestartet werden, der bei nachlassendem Wind gegen 17.00 Uhr beendet ist. Auch die Verköstigung der Teilnehmer verläuft reibungslos.

Dicht gedrängtes Regattafeld                                                                                                                 Photo: Udo Bisping

Am Sonntagmorgen müssen wir erst einmal die Stühle und Tische auf der Terrasse trockenlegen, denn in der Nacht hat es heftig geregnet. Bald wird es wieder drückend heiß und bei wenig Wind kommt gegen Mittag ein weiterer Lauf zustande.

Photo: Udo Bisping Photo: Udo Bisping

Überragende Siegerin und Gewinnerin des GOLDENEN OPTIS 2018 wird die aus dem fernen Hamburg angereiste Esther Rodenhausen vor Yolanda Gebel und Marlene Brandis, beide aus Langen in Hessen.

Nach Mittagessen und Siegerehrung verabschieden wir die Gäste und nehmen ihnen das Versprechen ab, im nächsten Jahr wiederzukommen! Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die dazu beitrugen, dass diese schöne Regatta wieder einmal eine gelungene Veranstaltung war.

Wolfgang Wagner und Michael Schönberg walten ihres Amtes. Photo: Doris Ulbricht

 

Bericht unseres Mitglieds Alexander Holzapfel von den Polnischen Meisterschaften der 505er-Jollen in Świnoujście/Swinemünde, August 2018

Erneuter Erfolg für deutsche Fiven-Segler auf der polnischen Ostsee: Gold (1/2) und Bronze

Während am Walchensee um den Internationalen Deutschen Meistertitel gerungen wurde, reiste eine fünfköpfige deutsche Delegation im Auftrag der Völkerverständigung zu unserem östlichen Nachbarn in das grenznahe Świnoujście. Nebenbei ging es dort im Rahmen eines sportlichen Segelwettkampfes auch um die Erlangung der polnischen 505er-Krone.

Durch geschickte Heiratspolitik mit der polnischen 470er-Fürstin Agnieszka Skrzypulec war es dem Bootsbauer Holger Jess bereits im Vorjahr gelungen, diesen Titel erwerben. Und kampflos wollte er ihn auch nicht wieder abgeben.  Ich konnte meinen langjährigen Stammvorschoter Stefan Worm vom Wickeltisch loseisen und für diese hehre Sache gewinnen.

Die 26 Teams erlebten freitags eine sonnige aber windmäßig launische Ostsee mit zuerst Flaute und dadurch bedingter vierstündige Startverschiebung und später viel Wind inklusive drei Mastbrüchen. Am  Samstag und Sonntag zeigte sich die Ostsee mit  wechselhaften Winden zwischen 1 und 4 Beaufort und Winddrehern bis zu 50 Grad.

Mit Abstand am besten kam damit das polnisch-deutsche „Ehepaar“ zurecht, das seinen zweiten Titel gebar. Silber gewann ein Mixed-Team sehr guter polnischer 49er-Segler. Nachdem die Kombination aus Stefans Gewöhnungszeit von Windel- auf Neoprengeruch und meinen taktischen Fehlern am Vortag bereits zum Verlust des Podiumsplatzes geführt hatten, konnte ich mir mit Stefan Bronze glücklicherweise am letzten Tag zurückerobern.

Alexander Holzapfel

GER 9182

Ergebnisse: http://sailsfestival.pl/pl/regaty/mistrzostwa-polski-505

Fotos: https://m.facebook.com/sailsfestival/photos/?tab=albums

 

505er Weltmeisterschaft 2018 in der Danziger Bucht

Vom 18.-28.07.2018 fand als Saisonhöhepunkt vor Gdynia die 505 Weltmeisterschaft statt. Gdynia liegt in der Danziger Bucht und ist die Segelhauptstadt Polens (u.a. Austragungsort der Volvo Gdynia Sailing Days).

Wie schon für die erfolgreiche Europameisterschaft 2017 vor Warnemünde (Platz 11 von 94) konnte ich für die Schwerpunktregatten 2018 Finn Böger vom Hamburger Segelclub als Vorschoter „schanghaien“, da mein Stamm-Vorschoter dieses Jahr wegen Babypause kürzer treten muss.

Die 505-Weltmeisterschaften beginnen traditionell mit der Testregatta PreWorlds Diese Testregatten dienen sowohl den Seglern als auch der Wettfahrtleitung zum Kennenlernen der Revierbedingungen (Wind, Welle, Strom etc.), zum Abgleichen des Segeltrimms sowie zum Vertrautwerden mit dem Regattaablauf, insbesondere dem Torstartverfahren. Nach drei Wettfahrten beendeten wir diese Preworlds als 20. von 95 teilnehmenden Booten bei stark böigen und drehenden Winden. Dabei stellte sich heraus, dass wir einigermaßen unter Spi mithalten können, am Wind jedoch von den Spitzenteams teilweise erschreckend deutlich abgehängt werden. Da einige Teilnehmer an keinen bzw. nicht allen Wettfahrten teilnehmen, rechneten wir für die WM bei insgesamt 127 Mannschaften mit einem Platz um die 30 (nach Streichern).

Nach einer stimmungsvollen Eröffnungszeremonie am Vorabend mit Hymnen und Flaggenparade begann der erste Wettfahrtag vielversprechend mit einem 20. und 19. Platz bei Wind um 11-13 Knoten.

An der Kreuz

An den zwei folgenden Tagen hatten wir weiterhin Sonne satt, jedoch nicht ausreichend Wind, so dass wir raus fuhren, in der Sonne brüteten und wieder reinfuhren bzw. geschleppt wurden. Unter 5 Knoten Wind wird nicht gestartet, da bei einer solch hohen Anzahl von Booten der Start eines fairen Rennens nicht mehr möglich ist.

Folglich musste der vorhergesehene Pausentag als Reservetag herhalten. Und es wurde mit drei Wettfahrten bei 9 - 13 Knoten ein langer sonniger Tag schönen Segelns. Vermutlich waren wir bereits zu sehr auf Pause eingestellt oder hatten zu viel Sonne abbekommen. Irgendwie unterliefen immer wieder dusselige Fehler, letztlich blieben noch halbwegs passable Ergebnisse (20, 38, 27).

Start am Torboot vorbei

mittig aufgereiht unter Spi

Finn und Alexander an der Luvtonne

Peilung

Vorbereitung Spisetzen

Auch für den Donnerstag wurden wieder drei Wettfahrten angesetzt, um das Programm aufzuholen. Gleich in Wettfahrt 6 war der leichte Frust vom Vortag vergessen und wir fuhren als 9. durchs Ziel. Leider konnten wir daran nicht unmittelbar anknüpfen und wir fuhren bei 9 – 11 Knoten noch einen 29. und 17. Platz. Mit herausragenden Ergebnissen stand nach acht Rennen am Donnerstag das Team Lutz Stengel und Holger Jess bereits vorzeitig als Weltmeister fest. Dahinter waren jedoch noch etliche Verschiebungen möglich. Wir rangierten zu diesem Zeitpunkt auf Platz 22 (punktgleich vor den Pfadfindern des Folgerennens, aber halbwegs stabil in den Top25).

Zieleinlauf mit Hindernissen

Der Freitag sollte dann die Entscheidung bringen.

Da für 15 Uhr die letzte Startmöglichkeit angesetzt war, zögerte die Wettfahrtleitung nicht und schickte uns pünktlich zur ersten Startmöglichkeit um 12 Uhr bei schwachen Winden aufs Wasser. Bei 6-7 Knoten wurde das 9. Rennen gestartet. Bei den ersten beiden Startversuchen kamen wir jedes Mal frei hinter dem Torboot (RSA 8905) durch, diese Starts wurden jedoch wegen Behinderungen des Pfadfinders / Torboots abgebrochen. Der letztlich durchgehende Start wurde für uns dann jedoch zur Vollkatastrophe: In Lee abgeklemmt und in Luv überfahren mussten wir wegwenden und hinter Wegerechtsbooten durchfahren, so dass wir wieder hinter der Startlinie landeten, um daraufhin wieder zu wenden, um überhaupt regulär zu starten (Wettfahrt R9, für Nachstartphase Zeitpfeil auf 12:27 einstellen und links Boot GER 9182 markieren). Ziemlich abgeschlagen wurden wir zu diesem Zeitpunkt auf Platz 82 „getrackt“ (GPS Tracker an Bord). Stets Lücken suchend fuhren wir gezwungenermaßen auf die rechte Seite des Feldes. Die Taktik ging auf und wir verbesserten uns sukzessive. Auch kurz vor der Tonne schlugen wir noch einmal über die Anlegelinie hinaus auf die rechte Seite, um den Boots- und Windstau zu vermeiden (Wettfahrt R9, für Tonnenannäherung Zeitpfeil auf 12:38 einstellen). Mit Erfolg: kurz vor der Tonne hatten wir uns bereits auf Platz 16 vorgearbeitet (Wettfahrt R9, für Tonnenanfahrt Zeitpfeil auf 12:43, M1, einstellen). Nach wiederum gutem Vorwindgang befanden wir und bereits in den TopTen (Wettfahrt R9, für Leetonnen Zeitpfeil auf 12:53, M2, einstellen). Diese Position behaupteten wir bis ins Ziel: Ein anfänglich nicht mehr für möglich gehaltener Platz 9.

Dementsprechend euphorisiert und mit einem 29. als bislang zweitschlechtestem Ergebnis und somit zweitem Streicher starteten wir ins zehnte und letzte Rennen der WM. Und es sollte noch besser kommen: Nach einem passablen Start und guter Startkreuz fanden wir uns bereits an der Luvtonne auf Platz 10 wieder. Diese Platzierung konnten wir auf dem Vorwindkurs behaupten. Nun galt es bei auffrischendem Wind die zweite Kreuz zu bestehen. Es sollte jedoch nicht nur beim „Bestehen“ bleiben, sondern wir fuhren noch auf Platz 6 nach vorn. Die folgende Spifahrt genossen wir mit bis zu 14 Knoten die Wellen runterrauschend. Da wir im weiteren Verlauf nur von den Weltmeistern 2017 überholt wurden, wir aber ein anderes Team überholten, sicherten wir uns zum Abschluss der WM mit Platz 6 unser bestes Einzelergebnis (Wettfahrt R10).

An der Kreuz, es war wunderbar.

Der Lohn des Tages: Ein Sprung im Gesamtklassement von Platz 22 auf Platz 16 als bestes Endergebnis einer solch hochrangigen Regatta.

Impressionen

Weltmeister wurden Lutz Stengel und Holger Jess (Rostock/Eckernförde) vor den Vorjahressiegern Mike Holt und Rob Woelfel aus den USA und den zurzeit noch amtierenden Deutschen Meistern Jan-Phillip Hoffmann und Felix Brockerhoff aus Düsseldorf.

Neben den tollen Segelerlebnissen werden die exzellente Organisation, die Gastfreundschaft durch die organisierenden Klubs, die Wahrnehmung durch die Stadt Gdynia (z.B. Veranstaltungsfahnen und -banner auf den Hauptachsen und am Strand), stimmungsvolle Gemeinschaftsveranstaltungen sowie das Nachtrennen für die Juniorteams mit beleuchteten Booten vor dem Strand in nachhaltiger Erinnerung bleiben.

Alexander Holzapfel, 505er GER 9182

Bilder: Robert Hajduk

Weitere Infos unter https://sap505worlds2018.com/

 
<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 3