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Berichte

Kieler Woche vom 17.-20.06.2017

Es sollte ein ambitioniertes Jahr werden: Kauf eines neuen 505ers, Ostertraining am Mittelmeer und die Euro im eigenen Land. Doch dies wäre ja zu einfach gewesen. Noch auf der Fahrt zum Mittelmeer eröffnete mir mein Stamm-Vorschoter Stefan Worm, dass er sich Anfang Mai einer Meniskus-Operation unterziehen müsse und mindestens für die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) am Wannsee und den Eurocup am Gardasee ausfallen würde. So trainierten wir bei fantastischen Bedingungen in Saint Raphael zwar gemeinsam, doch die Umsetzung des Gelernten kann zurzeit nur von mir allein abgerufen werden.

Das gelang mir mit dem 18. Platz von 35 Booten bei der IDM relativ schlecht (häufig schlechte Starts, verbesserungsfähiges Bootsgefühl des Vorschoters), wurde jedoch in der Folgezeit besser: Platz 15 von 44 am Gardasee (bei fast gänzlich versammelter Weltelite) und Platz 5 von 21 am Ammersee (bedauerlicherweise mit einer Disqualifikation wegen Frühstarts sowie windbedingtem Abbruch der letzten Wettfahrt an führender Position).

Fotos: Elena Giolai

Da sich der Heilungsprozess bei Stefan jedoch weiter hinauszögerte, musste ich für die Kieler Woche erneut auf Ersatz zurückgreifen. Relativ schnell fündig wurde ich mit einem der besten deutschen 505er-Vorschoter, Martin Schöler, gegen den ich bereits im Opti, Laser und 420er um die Wette gesegelt bin. Leider stand dieser arbeitsbedingt nur am Wochenende zur Verfügung, so dass ich per Mailing-Liste noch einen 14-Footer-Steuermann aus Kiel vermittelt bekam.

Erwartungsfroh kam ich am frühen Freitagabend in Schilksee an, baute das Boot auf und fand fußläufige Parkplätze für Auto und Hänger. Bezüglich des Autos hatte ich mich jedoch zu früh gefreut. Als Martin und ich noch einige Sachen aus dem Auto holen wollten, wurde die leicht geöffnete Fahrertür von einem dänischen Formula 18 Team übersehen, das mit seinem überbreitem Hänger beim Vorbeifahren so unglücklich die Tür erwischte, dass diese nach vorne gebogen wurde und sich nicht mehr schließen ließ. Statt verdientem Feierabendbier folgten nun Anrufe bei Versicherungen, Abschleppdienst und komplettes Entladen des Fahrzeugs. Frustriert ging es ins Bett.

Der Samstag begann mit elendiger Telefoniererei zur Organisation desTransports von mir, Bootsanhänger und Unfallfahrzeug von Kiel nach Berlin.
Immerhin schien das Wetter uns versöhnen zu wollen mit 3-4 Bft. und leichter Bewölkung. Wir gingen sehr früh als erste Mannschaft aufs Wasser, um noch einige Manöver zu trainieren. Bedauerlicherweise war die Abstimmung bei einer Halse so miserabel, dass ich mich zu früh im Boot befand - genau auf Höhe des Großbaums -, als Martin den Spibaum auslöste und dieser mich mit voller Wucht im Gesicht traf und das Nasenbein brach.

Da die Nasenatmung - von der starken Blutung abgesehen - noch funktionierte und Anzeichen einer Gehirnerschütterung ausblieben, entschied ich nach kurzer Überlegung weiter zu segeln, da ich befürchtete, die Frustration über die bislang eingetretenen Schäden und den verpassten Segeltag bei Traumbedingungen nicht hätte ertragen zu können. Zudem waren wir für die erste Wettfahrt bei dem Torstartverfahren als Pfadfinder vorgesehen und diese Parade abzunehmen ist immer ein schönes Gefühl.

Foto: Christine Gambihler

So fuhren wir mit blutgetränktem Gesichts- und Heckbereich weiter und ernteten beim Start einige entgeisterte Blicke. Dies wirkte wohl so gut, dass wir an der Luvtonne als Erste ankamen und die Führung über die Runden fast bis ins Ziel behaupten konnten. Einzig ein kleiner Rechtsdreher auf der Zielkreuz sorgte dafür, dass das dänische Ausnahmeteam Bojsen-Möller (Olympiasieger und Rekord-Kieler Woche-Sieger) noch an uns vorbeiziehen konnte. Den zweiten Start vermasselten wir nach einem verpatzten Manöver mit vollgelaufenem Schiff völlig, konnten aber mit guter Taktik noch auf Platz 8 vorfahren. Die dritte Startkreuz gewannen wir erneut, mussten aber bei nachlassendem Wind noch vier Boote ziehen lassen. Plätze 2, 8 und 5 waren der Ausgleich für die vorherige Unbill.

Am zweiten Tag machte sich leider bei leichten Winden und Kabbelwelle das hohe Crewgewicht bemerkbar und wir fanden nie das geeignete Gegenmittel. Hinzu gesellten sich noch einige taktische Fehler: Plätze 19, 13 und 14.

Der dritte Tag begann mit Startverschiebung, so dass ich dem neuen Vorschoter Eric Petersen in Ruhe das Boot erklären konnte. Mit einsetzender Thermik ging es dann aufs Wasser. Die erste Startkreuz war noch recht passabel, jedoch fehlte Eric, der normalerweise nur Gennaker fährt, das Gefühl zum Einstellen eines Spinnakers, insbesondere bei Leichtwind. Auch die entsprechenden Spi-Manöver waren noch arg verbesserungsfähig (was bei Leichtwind für alle Teams sehr schwer ist). Dies wurde in der Folgezeit dadurch ausgeglichen, dass wir uns von der Masse fernhielten, nicht den optimalen Weg wählten und etwas spitzer unter Spi fuhren. Aufgewogen wurde dies ferner durch das geringere Gewicht von Eric und seiner dynamischen Art. Zusammen mit guten taktischen Entscheidungen zur Seiten- und Gatewahl und sehr guter Höhe und Geschwindigkeit auf den Amwindkursen ersegelten wir die Plätze 13, 3 und 7.

Der abschließende Tag begann mit guten 4 Bft., so dass wir vorab erstmal einige Spikurse und Spi-Trapezhalsen trainierten. Nach verpatztem ersten Start kämpften wir uns unter Spi wieder auf einen Platz um die 15 nach vorne. Bedauerlicherweise blieb Eric in einer Wende im alten Luv hängen (Die Macht der Gewohnheit von Skiff-Seglern, sich vor der Wende aufs Deck zu stellen, war leider in der kurzen Zeit nicht aus ihm herauszukriegen.), so dass wir zwar nicht kenterten, aber vollliefen und einige Zeit im Wind standen. Platz 25.

Der letzte Start verlief gut. Allerdings waren wir bei nachlassendem Wind und bleibender Welle aufgrund verbesserungsfähigem Segel- und Gewichtstrimm nicht sonderlich schnell  und taktisch fiel mir auch nicht mehr viel ein: Platz 19.

Foto: Christine Gambihler

Die Kieler Woche gewannen die Gebrüder Bojsen-Möller, vor den Franzosen Boite/Mathieu und den Mehrfach-Weltmeistern Hunger/Kleiner. In Anbetracht der Konkurrenz und der ergänzenden widrigen Umstände war unser Platz 10 von 38 Booten sehr zufriedenstellend.

Gemeinsam mit Vorschoter Finn Böger konnte dieses Ergebnis zwei Wochen später sogar noch getoppt werden mit einem sensationell guten 11. Platz von 92 Booten bei der Europameisterschaft in Warnemünde.

Alexander Holzapfel

505er GER 9182

Ein besonderer Dank gilt Christine Gambihler und Elena Giolai für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung ihrer Fotos vom Ammersee bzw. Gardasee.

 

Regattawochenende im Post-SV – Augusta-Pokal und Sommerschwan

Zum vierten Mal wurde der Augusta-Pokal als Ranglisten-Regatta in der Conger-Klasse am 24./25. Juni 2017 mit 16 Mannschaften ausgesegelt. Wir hatten Gäste aus dem Westerwald vom Wiesensee, aus Hochheim, Essen, Bonn, Düsseldorf, vom Lippesee und mit der weitesten Anreise unseren Segelkameraden Dr. Tom Wilke aus Berlin.

Bei schönstem Sommerwetter tauchten am Freitag nach und nach die ersten Segler auf, es wurde gegrillt und an einer langen Tafel mit Blick auf die Mosel genossen alle einen schönen Begrüßungsabend.

Am Samstag starteten die Vorbereitungen, Boote, Regattabüro und Regattastand wurden aufgebaut. Die Mittelwiese war zugestellt mit Wohnmobilen und den Booten unserer Gäste, das ganze Clubgelände summte. Michael Schönberg und Jörg Hinkel begrüßten am Vormittag die Segler und führten die Steuermannsbesprechung durch. Andrea Thelen, unsere frisch gebackene Wettfahrleiterin, die sich mit dem erfahrenen, dreiköpfigen Team vom Wiesensee tatkräftige Unterstützung gesichert hatte, wofür wir herzlichst danken, leitete die Regatta souverän.

Begrüßung und Steuermannbesprechung

Die Wettfahrtleitung: Andrea und ihre Helfer vom Wiesensee

Im Regattafeld starteten 5 Mannschaften aus Koblenz und zusätzlich verstärkten Ingvild Borrek, Iris Püsch und Andreas Werner drei auswärtige Congersegler als Vorschoter. Ganz spontan und kurzfristig segelte ein weiteres Team vom benachbarten YCRM erstmals für die Koblenzer Conger-Flotte.

Bei sehr guten Windverhältnissen, die den Seglern auch einiges abforderten, wurden am Samstag 3 Wettfahrten gesegelt. Nach dem anspruchsvollen Segeltag klang der Abend an der langen Tafel sehr, sehr viel später schließlich doch noch aus...

Parallel zur RL-Regatta wurde am Sonntag die Clubregatta "Sommerschwan" mit Dyas, Schwertzugvogel und Conger als Yardstickregatta ausgesegelt.

Unser junger Abteilungsleiter Michael Schönberg und Sportwart Jörg Hinkel moderierten zum Abschluss die Siegerrehrung.

Zum vierten Mal in Folge ersegelten die Gebrüder Christian und Andreas Decker auf der "Doppel D" aus Nordrhein-Westfahlen den Augusta-Pokal. Die Plätze 2 und 3 belegten Harald Werth mit Tom Wilke auf der "Vergriffen" und Alexander Stahl mit Ruth Hohl auf der "fascino".

Impressionen mit "Doppel D" und "fascino"

Die Clubregatta konnten Jörg Hinkel und Simone Jonen auf ihrem Conger "BOB" für sich entscheiden. Hans-Georg Drop mit Stephan Hannemann auf der "Grimme Aeling" und Holger mit Jörg Reichwaldt auf der "Diva" errangen die Plätze 2 und 3.

Hans-Georg Drop wurde in der Ranglisten-Regatta bester Koblenzer Steuermann und belegte zusammen mit Stephan Hannemann den Platz der Mitte. Verbunden mit dem Platz der Mitte ist die nette Aufgabe einen Bericht für den Congerspiegel über die Regatta zu schreiben. Lesen Sie folgend, wie Hans-Georg und Stephan die Regatta erlebten.

Mal konzentriert, mal entspannt

Mit den vier Wettfahrten aus der Augusta-Regatta haben sich jetzt 5 Steuerleute des PSVK für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft 2017 der Conger qualifiziert und sind mit jeweils 9 Wettfahrten in der Rangliste vertreten. Wir gratulieren allen Seglern und bedanken uns bei den Zugvögeln und allen Helfern für die gute Unterstützung und bei den Organisatoren, die die wunderbaren Ragatten ermöglichten. Besonderer Dank gilt auch den Vertretern der DLRG, die für unsere Sicherheit sorgten und auch einem Späßchen nicht abgeneigt waren.

DLRG bei der Arbeit und Michael musste seinem Gummiboot beinahe hinterher schwimmen

Fleißige Hände in der Küche und hinter der Theke

Unsere Sicherungsboote in diversen Aktionen

Bericht der Mitte “Augustapokal“ 2017

Ich habe einen derartigen Muskelkater in den Oberschenkeln…und mein Hinterteil tut weh…

Der Grund hierfür begann bei einem Gespräch auf dem Clubgelände des PSVK in Koblenz mit Jutta unserer Obfrau der Conger-Klasse. „Du Hans-Georg, nächstes Wochenende ist Rangliste Conger !!??“...  Ja das ist schön für euch; letztes Jahr hatte ich Thekendienst, da ist uns das Bier ausgegangen, die Jungs haben ja zugeschlagen, es war sehr lustig. Jutta im Mitleidston…Ja, aber es fehlen uns noch Meldungen aus dem Verein. Du bist doch schon mal Regatta gesegelt … Ich? Conger? Welche? Vorschoter? Und überhaupt. Ja, du kannst unser Zweitschiff haben, die “Grimme Äelling“ und Stephan macht Vorschoter, der hat den Schein gemacht und will mal Regattaluft schnuppern. Beide sind in Ordnung … nur das Schwert klemmt, du kannst es entweder hoch oder runter fahren, dabei stupst sie mich mit der Schulter an.

Hmmm, “Grimme Äelling“ ist dänisch und frei übersetzt “Grimmiger Hering“; klingt
schnell. Außerdem ist im Schiff eine Bank ausgeformt, bestimmt bequem, und Stephan kann ich bei der Gelegenheit auch mal kennen lernen. Kann was für unsere sehr aktive Congerklasse tun und macht bestimmt Spaß.

Am Samstag um 13:00 sind 16 Conger am Start. Wir entscheiden uns, das Schwert runter zu fahren-J. Stephan will sich wegen seiner Links/Steuerbord und Rechts/Backbord-Schwäche Mühe geben. Dann fällt der Startschuss. Wir haben schnell raus, dass der Vorschoter halb in der Luke sitzt und der Steuermann auch ganz vorn auf so einer umlaufenden Kante, also nix mit Bank. Nach der Luvtonne packen einige einen Stab aus und breiten damit ihr Vorsegel aus; das ist unfair. Wir versuchen es mit dem Piekhaken. Die Sitzposition vorm Wind, hingegossen wie eine Diva oder die Knie unter den Ohren, ist für meine langen Beine auch nix; also wieder auf die Kante. Die Windverhältnisse auf der Mosel sind ideal. Der Südwestwind bläst mit 3-4 ohne die üblichen Dreher und Windlöcher die Mosel runter. Hier hat jeder seine Chance je nach Leistung, Ausrüstung und Trainingsstand. Allerdings fegen doch manchmal heftige Böen übers Wasser, zum Glück auch aus SW. Hier gilt es zu “überleben“. Die Conger hilft bei Segelfehlern, aber trotzdem schöpft manch einer ordentlich Wasser, wir auch.


Auf dem Regattastand sitzt eine kompetente Regattaleitung. Die Sicherungsboote sind professionell besetzt für eine Regatta auf einer Bundeswasserstraße mit Berufs-und Fahrgastschifffahrt. Mit einer kleinen Verschnaufpause segeln wir 3 (in Worten drei) Wettfahrten. Der Durst wird immer schlimmer. Um 18:00 Uhr ist es dann soweit…das erste Biiieer. Bei der Abendveranstaltung können wir leider nicht dabei sein, freuen uns aber seltsamerweise auf die nächsten 2 Läufe am Sonntag.

Am Sonntag herrschen die gleichen Bedingungen wie tags zuvor. Alle sind noch dabei und zusätzlich starten noch andere Klassen, da der PSVK seine “Sommerschwan“-Regatta durchführt. Nach dem 4. Lauf gibt’s eine länger anhaltende Abkühlung von oben verbunden mit schwachen umlaufenden Winden. Nach 3 Schallsignalen ist der “Augustapokal“ ausgesegelt. Wir waren dabei; die Conger hat uns herausgefordert und es hat echt Spaß gemacht.

Unser besonderer Dank geht an JUTTA und KLAUS, die uns ihre CONGER zur Verfügung gestellt haben und neben ihrer eigenen Teilnahme nicht nur uns bei der Ausrüstung und Vorbereitung unterstützt haben. Das „Hässliche Entlein“ –wie “Grimme Äelling“ richtig übersetzt heißt, hat uns den 8 Platz beschert und mit der Übergabe eines leider leeren Conger-Schnapsglases damit auch das Schreiben dieses Berichts.

Text: Jutta & Klaus Sanders, Hans-Georg Drop, Hans Hüthwohl

Bilder: Udo Bisping (segeln-mosel.de), Hans Hüthwohl übrige

 

Törnbericht von Werner und Michael Adami

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